Innenwelten einer Drachendame
Lexikalische (u.a.) Infosammlung zu:

Epilepsie bei Hunden
FIP
FIV
Flöhe
Flohallergie
Grundimmunisierung + Wiederholungsimpfung
Hepatitis contagiosa canis
Impfplan des Hundes
Impfplan der Katze

Katzenleukose
Katzenschnupfen

Katzenseuche
Leptospirose
Parvovirose
Staupe
Tollwut
Wurmkrankheiten des Hundes
Zecken
Zwingerhusten

 

Tierärztlicher Rat im Internet

Natürlich ist es im Fall des Krankheitsfalles immer am sinnvollsten, stehenden Fußes die nächste Tierarztpraxis aufzusuchen, um das Tier persönlich vorzustellen. Für Fragen "zwischendurch" finden sich im WWW Tierärzte, die kurze Fragestellungen gerne beantworten. Ein gutes Beispiel einer Online-Fragestunde findet sich unter der Domain www.animal.ch. Hier bemüht sich Dr.med.vet. Josef Binzegger via email weiterzuhelfen: http://www.animal.ch/tierarzt/
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Ein aktives Forum für TierhalterInnen, die den Austausch zu krankheits- und verhaltensbedingter Problematik rund ums Tier suchen, findet sich bei der Tiersprechstunde von Dr.med.vet. Norbert Klumpp:
http://www.tiersprechstunde.de/forum
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Epilepsie bei Hunden
Kleiner Tip für an Epilepsie leidende Hunde

Im Alter von etwa vier Jahren traf unseren Mischling beim Spielen ein Tennisball ziemlich hart auf den kleinen Hundeschädel. Abgesehen davon, daß er sich empört schüttelte, bevor er sich seinen Ball schnappte, schien nichts weiter passiert zu sein. Fünft Tage später hatte er seinen ersten epileptischen Anfall. Da die Anfälle recht selten auftreten, etwa zwei bis drei pro Jahr in abweichender Intensität, entschied sich unser Tierarzt gegen eine Medikation von Antiepileptika, was mir persönlich aufgrund der Nebenwirkungen wie verlangsamter Reaktionen, Desinteresse, Müdigkeit und potentieller Leberschädigungen nur recht war.

Da ich selbst Epileptikerin bin, verfüge ich auf diesem Gebiet über einigermaßen ausgedehnte, wenn auch unfreiwillige Erfahrung. Vor etwa 12 Jahren entdeckte ich, daß ich in der Lage war, aufkommende Anfälle, so sie nicht zu stark waren, abzuwehren, indem ich auf bestimmte, in wenigen Worten schwer erklärbare Art und Weise mein „Gehirn beschäftigte". Diese Strategie entwickelte ich weiter - später erfuhr ich, daß dahingehende Forschung betrieben wird, die in von NeurologInnen und PsychologInnen gemeinsam praktizierten Therapien für an fokaler Epilepsie Leidenden mittlerweile zum Einsatz kommt.

Was nun Hunde anbelangt, beziehe ich meine Erfahrungen nur aus unserem eigenen, deswegen eine kurze Beschreibung: Seine Anfälle kündigen sich stets über verschiedene Anzeichen an. Unruhe überfällt ihn zuerst, seine Mimik verzieht sich, er beginnt engen Körperkontakt zu suchen, langsam versteifen sich die Gliedmaßen, was zu nervösem, unkoordiniertem und unüberhörbarem Tapsen auf unserem Parkett führt. Hat er diese Phase durchlaufen, setzt der Anfall in voller Stärke ein, was bedeutet, daß der Hund in Zuckungen verfällt, Speichel produziert, nicht mehr ansprechbar ist. In dieser Phase kann man ihn nur noch weich lagern, sich darum kümmern, daß er sich möglichst nicht verletzt und trösten, denn Nähe scheint immer noch der beruhigendste Faktor zu sein. Im Anschluß kann man, wenn der Tierarzt einen entsprechend ausstattet, Valium spritzen, damit der Hund sich beruhigt und eventuell einschläft. Unser Kleiner verspürt nach einem Anfall allderdings das Bedürfnis, die Funktion seiner Gliedmßen erst mal eingehend zu überprüfen und mag sich möglichst auf einen (kurzen) Spaziergang begeben.

Meine Strategie setzt nun ein, bevor der Anfall den Hund überwältigt, und gleicht, prinzipiell, der meinen: 
Beschäftigung des Hundehirns. Es ist sinnvoll, dem Hund bekannte Worte vorzusetzen, auf die er positiv reagiert, und damit meine ich nicht „gassi" oder „Futter". Er soll nicht in Bewegung versetzt werden, es genügt, Assoziationen, beispielsweise zu Personen, die er liebt, wachzurufen. Man kann ihm kleine Gegenstände vor die Nase halten, die er automatisch mit den Augen verfolgen wird - der Verletzungsgefahr wegen keine Bälle oder gar eins dieser kleinen kuscheligen Plastikspielzeuge, die eventuell noch Glöckchen beinhalten (diese Dinger möglichst sowieso meiden!!!). Unseren Kleinen kann man in begeistertes Suchen versetzen, indem man Zwitscherlaute von sich gibt und mit dem Zeigefinger in verschiedene Richtungen deutet. Unser Wellensittch ist zwar seit Jahren verschieden, der Hund hofft trotzdem, daß er ihn noch irgendwo finden wird...

Da ich wenig, wenn nicht gar nicht über Epilepsieformen unter den Caniden orientiert bin, kann ich nicht versprechen, daß diese Strategie immer und bei jedem Hund Erfolg zeigt. Was meinen anbelangt, so mindert sie sich in starkem Umfang ankündigende Anfälle und unterbricht leichte.

Viel Glück und möglichst Erfolg beim Ausprobieren wünschen Euch Kascha & Charlie.

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FIP
Feline infektiöse Peritonitis (Feline Coronavirusinfektion)
Durch felines Coronavirus verursachte, meist chronische, unheilbare, fieberhafte Infektionskrankheit der Katze mit exsudativen (sog. nasse Form) Veränderung der meisten serösen Häute und Organe. Besonders typischer Verlauf bei Befall des Peritoneums und der Leber. 
Pathogenetisch sind nach primärer Virusinfektion vor allem allergische Prozesse für die Ausprägungen der typischen Erscheinungen verantwortlich zu machen. Tritt bestandsweise gehäuft auf; schwerer und schnellerer klinischer Verlauf bei Immunsuppression durch Leukose. 
Diagnose durch Untersuchung von Bauchhöhlenpunktat oder Leberbiopsie; Prognose infaust (ungünstig); hohe Dosen Kortikoide bringen nur vorübergehende Besserung. Weitere klinische Verlaufsformen sind Harnweginfektionen mit Begünstigung des Felinen urologischen Syndroms oder zentralnervöse Störungen.
(aus: Ekkehard Wiesner, Regine Ribbeck, Wörterbuch der Veterinärmedizin, 3., neu bearbeitete Auflage, Gustav Fischer Verlag Jena, 1991.) 
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FIV
Das Feline Immunschwächevirus
dem HIV, dem AIDS-Virus, des Menschen sehr ähnlich. Eine Übertragung des Katzenvirus auf den Menschen ist jedoch ausgeschlossen.
Das FIV wird hauptsächlich durch Bißverletzungen übertragen, z.B. anläßlich von Revierverteidigungskämpfen oder während des Paarungsaktes durch den Nackenbiß des Katers.
Die FIV-Infektion führt, ähnlich wie die Katzenleukose-Infektion, zu einer Schwächung des Abwehrsystems, in deren Folge es zu den verschiedensten Krankheitszeichen kommen kann. Häufig beobachtete Symptome sind allgemeine Unlust, Zahnfleischentzündung, Schnupfensymptome, schlecht heilende Wunden der Haut, Fieber, vergrößerte Lymphknoten und Durchfall. Die Infektion endet immer tödlich.
Besonders häufig ist FIV allerdings nur bei älteren, nicht kastrierten Katern mit freiem Auslauf. Es existiert gegenwärtig kein Impfstoff.
(aus einem Prospekt der virbac, Tierarzneimittel GmbH.)
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Flöhe
Siphonaptera
Die Larven entwickeln sich in der Regel im Lager oder Nest ihrer Wirte (Säuger und Vögel). Sie sind bis auf wenige Ausnahmen nicht wirtsspezifisch, jedoch an den Wohn- und Aufenthaltsort ihrer Wirte gebunden. Sie sind als Zwischenwirte von Krankheitserregern bekannt.
Über diese anhänglichen, wenn auch absolut ungeliebten Mitbewohner gibt es weit mehr zu sagen, als es sich in dieser Form unterbringen liesse. Deshalb an dieser Stelle zwei Links zu diesbezüglich umfangreichen Informationen:
http://www.ac-soft.com/floehe.htm
http://www.joergdickmanns.de/vetmed/floehe.htm
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Flohallergie
Beim Hund häufigste Ursache von allergisch bedingten Hautkrankheiten, wird teilweise als häufigste Primärerkrankung der Haut überhaupt diskutiert. Hervorgerufen durch Biß, Ausscheidungen oder Körperhülledes Flohs, häufig Mischformen; klinisch starker Juckreiz, ausgeprägtes Erythem (entzündlich bedingte Hautrötung), Schuppen- und Krustenbildung, oft Entwicklung nässenden Ekzems oder Dermatitis purulenta.
Häufig Flohbefall klinisch nicht feststellbar, da Allergie bereits bei minimalem Befall; Diagnostik mittels kutanem (Haut) Allergietest; Therapie: Flohbekämpfung, Kortikosteroide.
(aus: Ekkehard Wiesner, Regine Ribbeck, Wörterbuch der Veterinärmedizin, 3., neu bearbeitete Auflage, Gustav Fischer Verlag Jena, 1991.) 
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Grundimmunisierung + Wiederholungsimpfung
Die Auseinandersetzung des Organismus mit verschiedenen abgeschwächten oder abgetöteten Erregern anläßlich von Impfungen führt zur Bildung von Schutzkörpern, den sogenannten Antikörpern. Diese werden mit der Muttermilch übertragen, so daß die Jungtiere nach ihrer Geburt normalerweise auf diese Weise geschützt sind. Allerdings hält dieser Schutz nur wenige Wochen an, so daß die Jungtiere über Impfungen zur Bildung eigener Schutzstoffe angeregt werden.
Die Grundimmunisierung ist der erstmalige Aufbau eines Impfschutzes. Wegen der evtl. noch vorhandenen mütterlichen Schutzstoffe ist die Grundimmunisierung meist erst nach zweimaliger Injektion bei jungen Tieren abgeschlossen.
Da die Schutzwirkung von Impfungen zeitlich begrenzt ist, müssen Wiederholungsimpfungen in regelmäßigen Abständen vorgenommen werden. Nur so kann gewährleistet werden, daß Ihr Tier dauerhaft geschützt ist. Achten Sie deshalb auf die Termine für Wiederholungsimpfungen in Ihrem Impfpaß.
Jungtiere werden im allgemeinen zwischen der siebten und zehnten Lebenswoche erstmalig geimpft. 3-4 Wochen später erhalten sie in der Regel eine erneute Injektion, um die Grundimmunisierung abzuschließen. danach ist lediglich eine jährliche Wiederholungsimpfung notwendig.
Für die Impfung selbst stehen Kombinationsimpfstoffe zur Verfügung, die gleich gegen mehrere der hier dargestellten Infektionskrankheiten schützen.
Was, zu welchem Zeitpunkt und wie oft geimpft werden soll, entscheidet Ihr Tierarzt unter Berücksichtigung der ihm bekannten Seuchenlage. Wichtig ist, daß das Tier zum Zeitpunkt der Impfung gesund ist, dsa die Immunitätsausbildung sonst gefährdet ist.
(aus einem Prospekt der virbac, Tierarzneimittel GmbH.)
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Hepatitis
Hepatitis contagiosa canis - ansteckende Leberentzündung
Akute, septikäm., weltweit verbreitete Infektionskrankheit der Kaniden, besonders des Hundes und des Fuchses. Erreger ist der HCC Virus. 
Charakteristisches Symptom beim Hund ist der Abdominalschmerz in der Regio xiphoidea (hintere (caudale=schwanzwärts) Brustbeingegend), beim Fuchs sind es zentralnervöse Störungen.
Inkubationszeit beträgt beim Hund 2-5 Tage, beim Fuchs 6-7 Tage. Orale Infektion. Virusausscheidung mit dem Harn bis zu vier Monate p.i. Diagnose durch Antikörpernachweis. Virusnachweis in Tonsillenabstrichen mittels fluoreszierender Antikörper.
Letalität beträgt 40-50%.
Therapie: Immunserum während der Fieberkurve. Prophylaktisch werden inaktivierte und Lebendvirusvakzinen kombiniert mit Vakzinen gegen Staupe und Leptospirose eingesetzt.
(aus: Ekkehard Wiesner, Regine Ribbeck, Wörterbuch der Veterinärmedizin, 3., neu bearbeitete Auflage, Gustav Fischer Verlag Jena, 1991.) 
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Impfplan des Hundes
Welpenimpfung:
8. Lebenswoche - Vierfachimpfung gegen Staupe, Leberentzündung, Parvovirose und Leptospirose.
12. Lebenswoche - Vierfachimpfung wie oben mit zusätzlicher Tollwutimpfung
1. Wiederholungsimpfung:
nach einem Jahr - Vier- oder Fünffachimpfung
Weitere Wiederholungen:
jährlich - Tollwut, Leptospirose, Parvovirose, zusätzlich
alle 2 Jahre - Staupe, Leberentzündung
alternativ:
alljährlich Vier- oder Fünffachimpfung
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Impfplan der Katze

Katzenjunge:
6.-8. Lebenswoche - Passive Schutzimpfung, Immunserum gegen Katzenseuche und Katzenschnupfen
9. Lebenswoche - Katzenseuche/Katzenschnupfen: 1. Teilimpfung, Leukose (FeLV): 1. Teilimpfung
12. Lebenswoche - Katzenseuche/Katzenschnupfen: 2. Teilimpfung, Leukose (FeLV): 2. Teilimpfung

Unbedingt empfehlenswert: Katzen mit Auslauf: Tollwutimpfung.
( Impfungen ab der 12. Lebenswoche möglich, günstig ist eine Kombination mit der FIP-Impfung ab der 16. Lebenswoche.)

16. Lebenswoche - 1. FIP-Impfung + 1. Teilimpfung
20. Lebenswoche - 2. FIP-Impfung + 2. Teilimpfung

Erwachsene Katzen:

Katzenseuche/Katzenschnupfen: Jährliche Wiederholungsimpfung
Leukose (FeLV): Jährliche Wiederholungsimpfung
Bauchwassersucht - FIP: Jährliche Wiederholungsimpfung
Tollwut: Jährliche Wiederholungsimpfung

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Feline Leukose
(Katzenleukose, Katzenleukämie)
Durch felines Leukosevirus (FeLV) ausgelöste Infektion, die zu zahlreichen Läsionen einschließlich lymphoider Atrophie, insb. des Thymus, mit oder ohne Veränderungen im periphären Blutbild führt. Infektion oral oder diaplazentar (die Plazenta passierend), Inkubationszeit mehrere Wochen bis Monate.
Sehr differenzierte Verlaufsformen; Ausscheidung des Virus während der Virämie über alle Sekrete und Exkrete. Bildung von FeLV-Antikörpern, vor allem gegen das virusassoziierte Zellmembranantigen Focma bei etwa 50% der infizierten Katzen. Bei Bildung von Focma-Antikörpern bleiben bleiben die möglichen tumorösen Erkrankungen aus (lymphatische, myeloproliferative oder Mastzellentumoren), trotz Focma-Antikörpern Ausbildung von degenerativen Erkrankungen möglich (Thymusatrophie, chronisch akut rezidivierende Infektionskrankheiten u.ä.) oder Immunsuppression ( rezidivierende Panleukopenie, chron. Katzenschnupfen, FIP, Septikämie, verlängerte Tolerierung von Hauttransplantaten). 
Klinisch besteht eine hämolytische Anämie infolge der Bindung von Virusantigen an Erythrozyten. Immunkomplexe führen zur Autoimmun-Glomerulonephritis. Katzen bleiben in der Regel Virusträger und -ausscheider. Es besteht die Gefahr einer Zoonose bei nicht immunkompetenten Menschen. Diagnostik mittels FeLV-Antigentest und Focma-Nachweis. Eine Therapie ist nicht zu empfehlen, Bekämpfung bestandsweise.
(aus: Ekkehard Wiesner, Regine Ribbeck, Wörterbuch der Veterinärmedizin, 3., neu bearbeitete Auflage, Gustav Fischer Verlag Jena, 1991.) 
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Katzenschnupfen
K-Komplex
Bezeichnung für ätiologisch (Ätiologie=Lehre von den Krankheitsursachen) unterschiedlich, aber klinisch nur schwierig oder nicht voneinander abzugrenzende Infektionskrankheiten der Kopfschleimhäute und oberen Atemwege. Insbesondere bei Sekundärinfektionen auch Pneumonie möglich. Im sog. K-Komplex werden folgende Krankheiten zusammengefaßt:
Rhinotracheitis infectiosa felis (feline Herpesvirusinfektion), Infektiöse Katzenrhinitis (Katzenschnupfen, feline Calicivirusinfektion) und Katzenpneumonitis (Chlamydieninfektion). Weiterhin spielen Mischinfektionen eine Rolle (Picornaviren, Reoviren Serotyp 1 und 3, Parainfluenzaviren und Mykoplasmen). 
Die Katzenpneumonitis wird neuerdings auch aus diesem Komplex wegen der klinisch typ. interstitiellen Pneumonie und einfachen path.-anatomischen Abgrenzung herausgenommen.
Die Klinik des K. wird von katarrhal. Entzündungen mit Epitheldefekten in der Mundschleimhaut, Erosionen (Caliciinfektion) und teilweise tiefen Ulzera (Herpesvirus) beherrscht. Die Bekämpfung ist schwierig, da schlechte Immunitätsbildner oder viele Typen. 
(aus: Ekkehard Wiesner, Regine Ribbeck, Wörterbuch der Veterinärmedizin, 3., neu bearbeitete Auflage, Gustav Fischer Verlag Jena, 1991.) 
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Katzenseuche
Feline Panleukopenie - Katzenpest, Katzentyphus, Katzenstaupe, Katzenenteritis, Katzenpanleukopenie, ansteckende Agranulozytose
Hochkontagiöse (ansteckend), akute, fieberhafte, verlustreiche, weltweit verbreitete Viruserkrankung vor allem der Jungtiere aller Felidae.
Erreger: Panleukopenie-Virus.
Zerebellares Ataxie-Syndrom bei 2-3 Wochen alten Katzen; Fruchtbarkeitsstörungen in Katzenzuchten (Aborte, Totgeburten). Schwächung der Immunabwehr bei erwachsenen Katzen. Dehydration, schwere Leukopenie. Inkubationszeit 4-6 Tage.
Diagnose: klinisch und hämatologisch, histologisch im Dünndarm. Virusisolierung aus Gehirn, Milz, Darm mittels Katzenzellkulturen. Nachweis neutralisierender Antikörper. 
Therapie: Flüssigkeitsersazt, Antibiotika, Immunprophylaxe ab 8.-10. Lebenswoche mit formalininaktivierter Zellkulturvakzine.
(aus: Ekkehard Wiesner, Regine Ribbeck, Wörterbuch der Veterinärmedizin, 3., neu bearbeitete Auflage, Gustav Fischer Verlag Jena, 1991.) 
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Leptospirose
Fieberhafte Infektionskrankheit des Menschen und der Tiere, die von bisher ca. 180 Serovaren (Serotypen) der pathogenen Leptospirenart L. interrogans verursacht wird.
Klinisch treten die verschiedensten Verlaufsformen auf. Wichtige Symptome sind Blutharnen, Aborte, Ikterus und hämorrhagische Diathese, es finden sich u.a. entzündliche Degeneration von Leber, Milz, Nieren, Ovar und anderen Organen. Als Erregerreservoir fungieren Wildtiere, besonders Nager, auch das Geflügel.
Verschiedene, epidemiologisch-klinische Krankheitskomplexe sind bekannt, z.B. Schlammfeld-Fieber (Erbsenpflückerkrankheit, ähnlich einem grippalen Infekt), Reisfeldfieber, Schweinehüterkrankheit (Boucher-Gsell-Krankheit, Leitsymptome: Fieber, Abgeschlagenheit, Muskel- und Kopfschmerzen sowie zentralnervöse Störungen infolge einer Meningitis), Stuttgarter Hundeseuche (Hundetyphus, vorrangig durch Geschlechtskontakt und unhygienische Hundehaltung übertragen), Morbus Weil u.a.
Die Diagnose erfolgt durch Antikörpernachweismit der Mikroagglutinationsreaktion, durch Erregerzüchtung und den Tierversuch. Bekämpfung: Durch Unterbrechung der Infektketten, die von Wildtieren ausgehen, durch immunprophylaktische Maßnahmen und eine Therapie mit Antibiotika und Hochimmunseren. Die Inkubationszeit beträgt 10-20 Tage. In Deutschland besteht Meldepflicht für Tierärzte.
(aus: Ekkehard Wiesner, Regine Ribbeck, Wörterbuch der Veterinärmedizin, 3., neu bearbeitete Auflage, Gustav Fischer Verlag Jena, 1991.) 
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Parvovirose
Parvovirusinfektion der Hunde:
1978 erstmalig beschriebene Erkrankung der Hunde, die bei älteren Hunden nach dreitägiger Inkubationszeit mit plötzlichem, zum Teil blutigem Durchfall, Erbrechen, Exsikose (Gewebeaustrocknung) einhergeht. Morbidität hoch, Mortalität wechselnd.
Welpen im Alter von 2-8 Wochen erkranken an kardiopulmonealen (Herz-Lunge betreffend) Formen mit starker Beeinträchtigung der Myofibrillen; plötzlicher Tod.
Wird hervorgerufen durch ein kanines Parvovirus, das dem Virus der Katzenpanleukopenie und der Nerzenteritis verwandt ist und sich vom Minute-Virus der Hunde unterscheidet. Diagnose histologisch, Nekrose des Zottenepithels einschließlich der Krypten im Jejunum, elektronenmikroskopisch, mit der IFT, mit der Hämagglutination mit Schweineerothrozyten.
Differentialdiagnose. Corona- bzw. Rotavirusinfektion. Therapie muß der Exsikose entgegenwirken.
(aus: Ekkehard Wiesner, Regine Ribbeck, Wörterbuch der Veterinärmedizin, 3., neu bearbeitete Auflage, Gustav Fischer Verlag Jena, 1991.) 
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Staupe
Viruskrankheit (Gattung Para-Myxovirus)
(Aufteilung in:
Lungenstaupe, Magen-Darm-Staupe, Hautstaupe, nervöse Form der Staupe, die evtl. nach Lungen- oder Darmstaupe auftreten kann, Hartballenstaupe.)
Befällt außer Hunden gelegentlich auch Farmfüchse und Frettchen. Nach 3-7 tägiger Inkubationszeit unterschiedlicher Verlauf, da es im Anschluß an die Virusinfektion sekundär zur Bakterienansiedlung kommt. Charakteristisch ist eine zweigipfelige Fieberkurve. Die erste Fieberzacke dauert 8-48h und ist die Folge der Virusinfektion, die zweite Zacke tritt bei der Sekundärinfektion auf. Klinische Symptome sind weiterhin Nasen- und Augenausflß, Tonsillitis, Schluck- und Atembeschwerden, Inappetenz, Durchfall, Erbrechen, Husten, Niesen, Hautausschlag.
Nach scheinbarer Gesundung können nervöse Erscheinungen auftreten (Krämpfe und Lähmungen). Eine besondere Erscheinungsform der Staupe ist die Hartballenkrankheit, die sich in übermäßiger Verhornung der Ballen und des nasenspiegels äußert. Therapie durch Serumbehandlung und symptomatisch, Prophylaxe durch Vakanizierung.
(aus: Ekkehard Wiesner, Regine Ribbeck, Wörterbuch der Veterinärmedizin, 3., neu bearbeitete Auflage, Gustav Fischer Verlag Jena, 1991.) 
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Tollwut:
(Lyssa, Hydrophobie, Wut, Rabies)
Akute, meist tödlich endende, weltweit verbreitete Infektionskrankheit (Enzephalitis, Degeneration der Neuronen besonders in Mittelhirn und Hirnstamm) von Menschen und Tieren. In Europa hat sich die T. nach dem 2. Weltkrieg stetig von Ost nach West ausgebreitet, 1950/51 erreichte sie die Elbe und den Thüringer Wald, drang von da an jährlich 30-50 km in die BRD ein und ab Ende der 60ger Jahre in deren westl. und südl. Nachbarländer.
Hauptvirusträger sind in Europa der Fuchs, in Südamerika Fledermäuse, in Nordamerika Fuchs, Skunk und Koyote, in Afrika Schakal und Affe, in Asien und dem Mittleren Osten Wolf und Hund. Außerdem können fast alle bekannten Haus-, Nutz-, Zoo- und Wildtiere Infektionsquellen sein, und die einmal in Europa durch Hunde übertragene Stadttollwut (urbane Form) ist in die kaum zu tilgende Waldtollwut (silvatische Form) mit dem Fuchs als bestimmenden Seuchenfaktor übergegangen.
Die Tollwut der Fledermäuse stellt einen eigenen Infektionszyklus dar. Die Übertragung der T. erfolgt, wenn der Speichel eines Virusträgers (auch schon vor dem Auftreten klinischer Symptome) auf die verletzte äußere Haut (Biß- oder sonstige Wunden), auf Schleimhautläsionen bzw. die Konjunktiven gelangt. Die Inkubationszeit beträgt, in Abhängigkeit von der Infektionspforte, meist 30-60, höchstens 90 Tage, selten ist sie länger (3-6 Monate).
Im Krankheitsverlauf Prodromal-, Exzitations- (nicht immer ausgebildet) und paralytisches Stadium. Die klinischen Symptome bestehen in Hydrophobie, Speichelfluß, Schlingkrämpfen und Sehstörungen sowie in Toben und/oder Lähmungen; Einteilung in rasende und stille Wut. Ist die klinische Erkrankung einmal manifest geworden, muß mit 100%iger Letalität gerechnet werden, aber nicht jede Infektion haftet.
Die Diagnose wird bestätigt durch den Nachweis der Negri-Körperchen im Gehirn und zwar histologisch (Lentz) oder im Ausstrich- oder Abklatschpräparat (Sellers, Muromzew), durch Feststellung des Tollwutvirus-Antigens mittels fluoreszenzserologischer Tests im Gehirn, in den Speicheldrüsen und am Auge (Korneatest) und im Tierversuch mit juvenilen weißen Mäusen, die i.c. infiziert werden und im positiven Fall 1-4 Wochen p.i. mit Lähmungen und Virusnachweis verenden.
T. ist die bedeutendste Anthropozoonose. In Europa müssen jährlich etwa 200.000 Personen nach Tollwutexposition behandelt werden. Örtliche Infektionen (Bißwunden) sind mit quaternären Ammoniumverbindungen bzw. heißem Wasser und Seife zu reinigen und die exponierten Menschen unverzüglich aktiv mit inaktivierter Vakzine bzw. kombiniert mit Gammaglobulin und Vakzine zu immunisieren. Eine spezifische Therapie klinisch manifester T. ist bisher nicht bekannt. Inkubationszeit beim Menschen 3-8 (aber auch 57) Wochen. Therapieversuche bei Tieren sowie der Schlachtung krankheitsverdächtiger Tiere sind untersagt. 
In der ehemaligen DDR meldepflichtig, in der BRD, Österreich und Schweiz sowie den meisten anderen Ländern anzeigepflichtig. Die Prophylaxe besteht in der Tilgung bzw. der Zurückdrängung der silvatischen T. durch Reduzierung der Füchse (Fuchsbaubegasung), durch Katzen- und Hundesperren bzw. auch durch vorbeugende Impfung der Hunde mit einer abgeschwächten Lebendvakazine sowie durch weitere seuchenhygienische Maßnahmen zur Unterbrechung der Infektionskette und durch persönliche Hygiene vor allem im Umgang mit jagbarem Wild sowie mit Hunden und Katzen, die freien Auslauf haben. Gegenwärtig Bekämpfung durch orale Immunisierung der Füchse gebietsweise eingeführt.
(aus: Ekkehard Wiesner, Regine Ribbeck, Wörterbuch der Veterinärmedizin, 3., neu bearbeitete Auflage, Gustav Fischer Verlag Jena, 1991.) 
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Wurmkrankheiten des Hundes
Rutscht der Hund häufig mit seinem Hinterteil über den Boden, ist das als potentielles Zeichen für einen Wurmbefall zu werten und der Gang zum Tierarzt angeraten, da Wurmkrankheiten hochinfektiös und auf den Menschen übertragbar sind. Vor allem Spul- und Bandwürmer sind in unseren Breitengraden die Übertäter. Für Welpen bedeutet der Wurmbefall echte Lebensgefahr.
Spulwürmer:
Ist der Hund starkem Wurmbefall ausgesetzt, stumpft das Fell des Tieres ab. Erbrechen, ein geblähter Bauch, starker Durst, der Wechsel von Appetitlosigkeit zu Heißhunger und häufiger Duchfall können weitere Begleiterscheinungen sein. Mit zunehmendem Erschöpfungsgrad droht sogar der Tod des Tieres. 
Bandwürmer:
Es existieren acht verschiedene Bandwurmsorten beim Kaniden. Die Übertragung erfolgt nicht direkt, sondern über Zwischenwirte wie Flöhe. Auch hier beginnen die Symptome mit dem Rutschen des
Hundes, gefolgt von Appetitlosigkeit und Bauchkrämpfen, bei starkem Befall sind Leberschäden nicht auszuschließen.
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Zecken
Ixodoidea
Von medizinisch und vetereniärmedizinischer Bedeuttung als Überträger von Protozoen, Viren und Bakterien. Schadwirkung mechanisch und nutritiv sowie durch die Wirkung toxischer Speicheldrüsensekrete (Zeckenlähme, Zeckentoxikosen).
Auch hierfür ein informativer Link:
http://www.joergdickmanns.de/vetmed/zecken.htm
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Zwingerhusten
Besonders in Hundezuchten, größeren Zwingern und in Tierheimen auftretende respiratorische Erkrankungen der Hunde, die mit einfachen, aber langandauernden Bronchitiden oder auch mit Pneumonien einhergehen. Ätiologie komplexer Art: Parainfluenza-2-Virus vorherrschend; Staupe-, Adeno-, Reo- oder Herpes-Viren ursächlich beteiligt, häufig Mischinfektionen, Faktorenseuche.
(aus: Ekkehard Wiesner, Regine Ribbeck, Wörterbuch der Veterinärmedizin, 3., neu bearbeitete Auflage, Gustav Fischer Verlag Jena, 1991.) 
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(Texte des Veterenärmedizinischen Lexikon veröffentlicht unter freundlicher Genehmigung
zum auszugsweisen Abdruck vom Ferdinand Enke Verlag, Stuttgart)


Kaschas&Berts Tiersitterbörse http://www.tiersitterboerse.de, zuletzt geändert 17.8.2001
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